Monumentales Dorf

Einst eine Zwangskolonie, jetzt ein Dorf mit mehr als hundert Reichsmonumenten. Fühlbares Erbe, das eine ganz besondere Geschichte erzählt. Verschiedene Wander- und Fahrradrouten führen Sie an schönen Monumenten vorbei.

Die schlichte Architektur, die geraden Linien und die belehrenden Aufschriften an vielen Gebäuden stechen sofort ins Auge. Und wer an Monumenten, wie dem Hospital, dem kleinen Schlachthaus, der Energiezentrale, dem Mallust- und Gewerbekomplex vorbeiläuft, begreift, dass Veenhuizen in früheren Zeiten nicht auf fremde Hilfe angewiesen war. Eine autarke Gesellschaft inmitten eines isolierten Moorgebiets.

Auch het Vierde Gesticht (die Vierte Anstalt) ist ein monumentales Gebäude. Die Vierte Anstalt, so lautete der Beiname, den die Pfleglinge im neunzehnten Jahrhundert dem Friedhof an der Eikenlaan gegeben hatten: Wer in einer der drei Anstalten wohnte, landete früher oder später von selber auf ‘Die Vierte’.

Das Hospital mit der Aufschrift Vertrouw op God (Vertrau auf Gott) wurde im Volksmund übrigens auch schon schnell und spottenderweise in Gauw bij God (Schnell bei Gott) umgetauft (was in Anbetracht der unzulänglichen Hygiene und erbärmlichen Lebensumstände in der Kolonie natürlich nicht ganz unberechtigt war).

Inzwischen haben Zwangsarbeit und Umerziehung der Haftstrafe und – in vielen Fällen – auch der Reintegration in die Gesellschaft das Feld geräumt: In Veenhuizen stehen mehrere Gefängnisse, von denen zwei in den Kolonieanstalten aus dem neunzehnten Jahrhundert untergebracht sind.

In Veenhuizen ist die Geschichte lebendig, mit einer deutlichen Anknüpfung ans Heute…